Herbst-Blatt Nr.25, Dezember 2001 Herbst-Blatt

    Thomas Holzmann - ein Hobby wird Beruf

    Ein altes Sprichwort sagt: "Es ist noch kein Meister vom Himmel gefallen", und das gilt auch für Künstler. Wir bestaunen ihre Werke, Bilder, Skulpturen oder hören ihre Musik. Doch bis zum fertigen Opus ist es häufig ein langer Weg, dessen Ziel manchmal nur über Umwege erreichbar wird.

    So ging es auch dem 1959 in Unna geborenen Thomas Holzmann. Nach dem Realschulabschluß begann er eine Ausbildung als Schriftsetzer, die er mit der Gesellenprüfung abschloß. In seiner Freizeit hörte er nicht auf seinem Hobby, kreativ mit verschiedenen Materialien zu arbeiten, nachzugehen. Arbeiten aus Ton, Stein und Holz entstanden, Ölbilder und Aquarelle erfreuten Freunde und Bekannte. Aus einem Hobby sollte eine Leidenschaft werden, und so entschloß er sich, mehr daraus zu machen. Er bemühte sich um eine Praktikumsstelle in der Kunstschmiede von Jörg Schnückel in der Hammer Straße. Nach ca. einem Jahr des Ausprobierens und Experimentierens mit dem Werkstoff Metall, sei es Kupfer, Stahl oder Messing, war er sich sicher: "Das ist genau das, was ich will." Ermutigt durch seinen Meister entschloß er sich, eine Ausbildung als Metallgestalter zu beginnen, die er mit Erfolg abschloß.

    Da er keine eigene Werkstatt hatte, suchte er nach Möglichkeiten, frei zu arbeiten. Diese boten sich bei dem Metallgestalter Burkhard Hülsmann in Hengsen. Bei ihm hatte er sich schon während seiner Praktikumszeit Rat und Inspiration geholt. Thomas HolzmannJetzt stellt er ihm Platz in seiner Werkstatt zur Verfügung und unterstützt ihn fachmännisch mit Rat und Tat. "Ich bin fasziniert von der Vielfältigkeit, die mir der Werkstoff Metall bietet, Ideen gestalterisch umzusetzen!", sagt Holzmann. Eine besondere Vorliebe hat er für alte, traditionelle Techniken, wie z. B. Punzieren, Ziselieren oder Treiben. Besonders stolz ist er auf die Skulptur des Raben "Max", die in der Technik des Kupfertreibens in ca. 45 Arbeitsstunden entstand. Der besondere Reiz beim Arbeiten mit Metall liegt in den fast unbegrenzten Möglichkeiten es zu bearbeiten und zu formen, mit anderen Materialien zu kombinieren, – wie mit Glas oder Stein und es durch verschiedene manuelle chemische Verfahren zu färben, z.B. durch brünieren.

    Die Arbeiten von Thomas Holzmann sind naturalistisch und gegenständlich. So entstehen unter seinen geschickten Händen nach individuellen Entwürfen Klangschalen, Schmuck, Windspiele, Skulpturen, Vordächer, Briefkästen und Reliefs. An seinem Beruf schätzt er, daß dieser nie wirklich zur Routine wird. Die enorme Vielfalt, nie aufhören zu lernen, kommt seiner Experimentierfreude entgegen. Immer wieder neue Ideen mit immer anderen Hintergründen zu erarbeiten und umzusetzen, ist ganz nach seinem Geschmack.

    "Jede Arbeit ist eine neue Herausforderung. Ich kann nie wissen, was als nächstes kommt. Auch wenn erst wenige Leute meinen Namen kennen, die Karriere hat angefangen, und dafür bin ich dankbar." Jetzt hat er den Traum von der eigenen Werkstatt, auf die er hinarbeitet.

    Gisela Lehmann

    Siehe auch: Unnaer Künstler - Stefan Jürgens
                      Unnaer Künstler - Wilhelm Buschulte
                      Unnaer Künstler - Josef Baron
                      Unnaer Künstler - Peter Trautner

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