| Herbst-Blatt Nr.38, März 2005 |
|
Der Unnaer Markt und seine Brunnen
Der in unserem Artikel Wenn alle Brünnlein fließen kurz erwähnte "Eselsbrunnen" hat im Zusammenhang mit dem Marktplatz eine eigene Geschichte verdient. Dieser vom Hemmerder Bildhauer Paul Baron geschaffene Brunnen mit der in Bronze gegossenen Unnaer Symbolfigur wurde am 24. April 1978 eingeweiht, nachdem der Marktplatz schon 1969 umgestaltet worden war. Dieser Brunnen ist eine gelungene Kombination des städtischen Symbols und der vormals auf dem Markt stehenden Fontäne, welche mit der ersten Unnaer Wasserleitung (seit 1440) verbunden war. Der schon 1463 erwähnte "Pütt von ungemeiner Weite und Tiefe" fand bei der Neugestaltung des Marktes leider keine Berücksichtigung. Paul Baron hatte schon einmal für den Verkehrsverein die Eselsfigur mit dem Treiber entworfen. Ab 1949 zierte dieses Paar, nahe dem Verkehrsring, den Stadtgarten. Diese Säule, mit vier Wasser speienden Löwenköpfen, gekrönt von einer Vase, hatte schon einmal als Brunnen gedient. Ein Meister Nüsperling hatte den Brunnen 1753 vor dem zweiten Unnaer Rathaus errichtet. Bei der Planung im Jahre 1949 erinnerte man sich der alten Brunnensäule auf dem Bauernhof. Mit einem neuem Brunnenring versehen wurde sie auf dem Standplatz der ehemaligen "Germania" installiert. Der Grundstein des alten Denkmals kam bei den Bauarbeiten wieder zutage. Knapp drei Jahrzehnte durften sich die Löwenköpfe mit der Vase wieder in der Öffentlichkeit des Marktes zeigen, um dann abermals unterzutauchen. Nur das Teilstück mit den Löwenköpfen ist im Hellwegmuseum ausgestellt. Mit diesem Brunnen verschwand auch die alte Pflasterung des Platzes. Das gepflasterte Wappen der Stadt und das Westfalenross wurden von schlichten Betonplatten abgelöst. Auch deren Bestand war nicht von langer Dauer. Rudolf Geitz Siehe auch: Von Steinen und Plastiken in der Stadt - Industriepioniere |