| Herbst-Blatt Nr.43, Juni 2006 |
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Die Emscher im Wandel der ZeitDie Emscher ist wieder ein Fluss geworden, der sich für seinen Namen nicht schämen muss. Weil es, wie Sie sicher wissen, auf der ganzen Welt nicht üblich ist Flüsse umzubenennen, wie man es hemmungslos mit Städten, Bergen und sogar Staaten praktiziert, musste man sich einst einen Trick einfallen lassen: Die Emscher tauchte in allen Statistiken als der schmutzigste Fluss auf diesem Globus auf. Das war leider dem guten Rufe unserer Region nicht zuträglich und so verwandelte man die Emscher auf dem Amtswege in einen Bach. Schlagartig verschwand sie danach aus den schändlichen Tabellen. An dieser Stelle möchten wir jetzt an den ersten Teil unseres Berichtes über die Emscher erinnern, der aus der Feder unserer unvergessenen Kollegin Karola Schulz stammte. Sie hat vor sechs Jahren ausführlich über den Fluss, der uns auch ein bisschen an die große weite Welt anbindet, berichtet. Von Holzwickede bis zur Mündung bei Dinslaken schleppt sich die Emscher eher etwas träge daher, weil sie für die 109 km nur 122 m Gefälle zu Verfügung hat. Der Artikel schließt mit der Vision auf eine bessere Zukunft für den geplagten Fluss, die aber leider Frau Schulz nicht mehr erleben durfte. Heute sieht es so aus, dass die Emschergenossenschaft dem Fluss zu neuem Glanz verhilft. Die Renaturierung ist auf weiten Strecken abgeschlossen, der natürliche Wasserfluss von Abwässern getrennt. Das Versprechen des Bochumer Oberbürgermeisters Ernst Otto Stüber, beim ersten Spatenstich am 11. Juli 2004: "Wir holen jetzt die alte Emscher zurück", ist zum großen Teil realisiert.
Zur Zeit finden an der Quelle die Abschlussarbeiten statt, die die Umgebung des aus dem Jahre 1801 stammenden Haupthauses in einen Park verwandelt. Schön gestaltete Wege und fotogene Fußgängerbrücken laden zu Spaziergängen ein. Der renovierte "Quellhof", in dessen Keller man fälschlicherweise die Emscherquelle vermutete, soll einmal Seminar- und Tagungsort werden. Sportliche Zeitgenossen können sich von hier aus per pedes oder mit dem Fahrrad auf den Emscherweg begeben, der sie mitten durch einen breiten Grünstreifen, an interessanten Industriebrachen vorbei, bis nach Duisburg und Dinslaken führen wird. Für die schönen Pausen an den eingerichteten Raststellen sollten sie nicht nur an deftige Wegzehrung denken, sondern auch das Herbst-Blatt mitnehmen. Klaus Pfauter Siehe auch: Die Emscher |