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Literaturschnack April 2019 

Ein unterhaltsamer und informativer Austausch über Literatur...

Am Mittwoch, 3. April 2019, fand wieder ein Literaturschnack in der Bibliothek statt.

 

Man war sich einig, dass es besser ist, wenn ein Buch zäh beginnt und sich im Laufe der Lektüre zum Guten entwickelt, als wenn ein Buch mit einem Paukenschlag beginnt um dann stark nachzulassen. Auf die Frage, wie viel der eigenen Persönlichkeit der Schreibenden im Buch vorkommen darf, gab es keine eindeutige Antwort.

Die Literaturschnack-Tipps vom 03.04.2019 im Einzelnen:

Romane:

  • Hugo Boris: Die Polizisten, 2018 (in der Bibliothek vorhanden)
    Die drei Polizisten, die den tadschikischen Flüchtling zum Flughafen bringen sollen, stecken in einem moralischen Dilemma. Sollen sie den zuhause dem Tod geweihten Flüchtling laufenlassen oder das Abschiebungsverfahren durchziehen? Interessante Fragestellung, gute Darstellung des Polizistenalltags, hochaktueller, lesenswerter Roman.


  • Andrzei Bart: Knochenpalast, 2014 (in der Bibliothek vorhanden)
    Die 30-jährige Lyriklektorin Sabina führt im stalinistisch geprägten Warschau der 50-er Jahre ein unaufgeregtes Leben. Eine geerbte Goldmünze vom Großvater bringt sie in die Bredouille. Soll sie diese wie gefordert abliefern, oder kann sie sie so verstecken, dass niemand sie finden kann? Ein neuer Verehrer taucht auf, doch kann sie ihm trauen? Z.T. etwas zäh, fängt aber gut die repressive Atmosphäre dieser Zeit in Polen ein.


  • Armando Lucas Correa: Das Erbe der Rosenthals, 2018 (in der Bibliothek nicht vorhanden)
    Das historische Thema der Flucht von Juden mit dem Schiff nach Kuba ist gut dargestellt, die Sichtweise der 12-jährigen Protagonistin ist aber nicht authentisch und die Verknüpfung mit den Geschehnissen rund um 9/11 wirkt konstruiert.

  • Elena Ferrante: Frau im Dunkeln, 2019 (in der Bibliothek vorhanden)
    In dieser 2007 erstmals erschienenen, aufgrund der Popularität der Autorin neu herausgegebenen Geschichte arbeitet sich die Autorin an der Mutter-Tochter-Problematik ab. Gut geschriebene komplexe Geschichte die stringent erzählt wird und letztendlich Fragen offen lässt.


  • Daniela Krien: Die Liebe im Ernstfall, 2019 (in der Bibliothek vorhanden) 
    Fünf Frauen, die lose miteinander verbunden sind, schildern die Lebenswelt der modernen Frau um die 40. Interessant, jede Sichtweise wird sprachlich anders dargestellt. Bestseller.

  • Eleanor Catton: Die Gestirne, 2015 (in der Bibliothek sowie in der Onleihe vorhanden) 
    Neuseeland im Goldrausch im Jahr 1866. Eine großartige, abenteuerliche Geschichte trifft auf eine wunderbare, angenehm altmodische und gleichzeitig augenzwinkernde Erzählweise.   Die Struktur des Romans ist nach astrologischen Gesetzmäßigkeiten gegliedert und wunderschön aufgemacht. Ein Verzeichnis der handelnden Personen erleichtert den Überblick in diesem prallen, voluminösen Buch. Für alle, die sich darauf einlassen, ein außergewöhnliches Leseerlebnis.

  • Camille de Peretti: Der Zauber der Casati, 2013 (in der Bibliothek bald vorhanden)
    Roman über Luisa Casati, schillernde Kunstmäzenin  und italienische Grand Dame mit skandalträchtigem, luxuriösen Lebensstil . Anfangs eher zäh nimmt der Roman zunehmend an Fahrt auf.

  • Regina Scheer: Machandel, 2014 (in der Bibliothek vorhanden)
    Sehr detailreiches, zeitgeschichtliches Panorama vom Ende des 2. Weltkrieges bis in die 1990er-Jahre, anhand einer Familie im Ort Machandel erzählt. Lebt unter anderem von der gelungenen Gegenüberstellung von Verhältnisse in der Stadt und auf dem Land. 

  • Terézia Mora: Das Ungeheuer, 2013 (in der Bibliothek vorhanden)
    Für diesen experimentellen Roman, der oftmals unverständlich bleibt, erhielt Mora 2013 den Deutschen Buchpreis. In vielen Einzelsequenzen wird die Geschichte von Darius Kopp erzählt, der mit der Asche seiner verstorbenen Frau über den Balkan irrt, um ihr Leben zu enträtseln.

  • Wilhelm Genazino: Die Liebesblödigkeit, 2005 (in der Bibliothek vorhanden)
    Mit Situationskomik, psychologisch treffend beschriebene Geschichte eines mittelalten Hypochonders, der über sein Liebesleben räsoniert. 

  • Thomas Klupp: Wie ich fälschte, log und Gutes tat, 2018 (in der Bibliothek vorhanden)
    In einer für Erwachsene teils schwer erträglichen Sprache schildert Klupp das Leben eines Jugendlichen in der Provinz, der sich zum Erfolg lügt und gaunert und alle betrügt, um den erfolgreichen schönen Schein aufrechtzuerhalten. Könnte für Jugendliche ein Denkanstoß sein.

  • Lindsey Lee Johnson: Der gefährlichste Ort der Welt, 2017 (in der Bibliothek vorhanden)
    Amerikanisches Pendant zum obigen Roman, die Darstellung der heutigen Jugendlichen und ihrer Lebensumstände betreffend. Hier allerdings in angenehmer Sprache. Aus vielen Blickwinkeln werden die Gründe und die Auswirkungen des Selbstmords von Tristan Bloch beschrieben. Was hatten seine Mitschüler damit zu tun, und wie hat sich deren Leben weiterentwickelt? Thematisiert überzeugend aktuell bedeutsame Entwicklungen  wie Social Media und sinkende Hemmschwellen. 

  • Klaus Modick: Keyserlings Geheimnis, 2018 (in der Bibliothek vorhanden)
    Modick schildert das Leben des baltischen Grafen Eduard von Keyserling und seine Zeit in der Münchener Bohème um das Jahr 1900. Dazu passend:

  • Eduard von Keyserling: Wellen, 2004 erstmals erschienen 1911 (in der Bibliothek vorhanden)
    Das Original selber zu lesen lohnt sich, obwohl Keyserling ein wenig in Vergessenheit geraten ist. Wunderbare Naturbeschreibungen ergänzen anrührend die Geschichte einer Frau, die ihren Mann verlassen hat (zu der Zeit ein Skandal) und sich damit gesellschaftlich ins Aus begibt. 

  • Graham Greene: Am Abgrund des Lebens, 1938 erstmals erschienen (in der Bibliothek nicht vorhanden)
    Ein junger Kleinkrimineller, der einer Bande angehört, tötet einen Denunzianten einer anderen Bande und muss nun diese Tat vertuschen. Er hat jedoch nicht mit der ältlichen Ida Arnold gerechnet, einer Miss Marple auf hohem Niveau. Allerdings in der Rezeption unterschiedlich aufgenommen.

  • Hilmar Klute: Was dann nachher so schön fliegt, 2018 (in der Bibliothek vorhanden)
    Ein literarisch ambitionierter Zivildienstleistender aus dem Ruhrgebiet wird 1986 nach Berlin zu einem Schriftstellerwettbewerb eingeladen, und lernt dort den etablierten Literaturbetrieb und seine teils sehr überbewerteten Repräsentanten kennen. Auch sein Liebesleben wird rasch ernüchternd. Fängt den Zeitgeist sehr gut ein, ironisch und erfrischend zu lesen.

  • Michel Houellebecq: Serotonin, 2019 (In der Bibliothek vorhanden)
    An Houellebecq scheiden sich die Geister, da macht auch dieser neue Bestseller keine Ausnahme. Ein stark depressiver Mann muss Antidepressiva nehmen und verliert dadurch seine Potenz. So macht er sich auf, seine ehemaligen Geliebten zu treffen. Houellebecq polarisiert, er kann schreiben, ist aber auch eine „Provokationsmaschine“ (Dennis Scheck) und oft pornografisch. Ermessenssache. 

Sachbuch:

  • Hans Magnus Enzensberger: Überlebenskünstler, 2018 (in der Bibliothek nicht vorhanden)
    Sammlung von Kurzporträts über Literaten, die alle den Krieg oder Repressalien überlebt haben. Zum immer mal wieder Reinlesen, als objektive Darstellung zu knapp. Die Überlebensstrategien werden nicht untersucht, z.T. Vehikel zur Selbstdarstellung des Künstlers. Auch hier Ansichtssache.

 

Der nächste Literaturschnack findet statt  am Mittwoch, 08.05.2019 um 10.30 Uhr in der zib-Bibliothek. Alle Interessierten sind herzlich willkommen, der Eintritt ist frei.


 

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25.06.2019

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