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Anregung & Kritik

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Kreisstadt Unna:

Dima Wannous: Dunkle Wolken über Damaskus 

Eine interessante, junge Stimme, die mit Kurzgeschichten  ein Abbild der syrischen Gesellschaft kurz vor der Revolution 2011 zeichnet.

Die 1982 in Damaskus geborene Dima Wannous legt mit diesem schmalen Band neun Kurzgeschichten vor, die Momentaufnahme im Leben verschiedener syrischer Bürger darstellen. Noch sind die Revolution und der Krieg nicht ausgebrochen, doch anhand der Beispiele wird deutlich, wie zerrissen, misstrauisch, ängstlich und korrupt die syrische Gesellschaft zu diesem Zeitpunkt bereits war. Die streng patriarchalisch geprägte Diktatur ließ den Armen keine Zukunftsperspektiven, und die Reichen waren gefangen in ihrem alltäglichen Bemühen, den Status Quo zu erhalten.

In den Erzählungen kommen Frauen und Männer, Arme und Privilegierte zu Wort. Allen gemein ist die Wahrnehmung des Unglücks, der Ohnmacht und der Lieblosigkeit dieser Zeit, die mit alltäglichen Verrichtungen nur unzureichend kaschiert werden kann.

Da ist z.B. Mohammed, der bettelarme Taxifahrer, der zum Chauffeur einer reichen Oberschichtangehörigen aufgestiegen ist, und trotz relativem Aufstieg seine bescheidenen Träume, seiner Familie eine Zukunft bieten zu können, begraben hat. Nun bestaunt er nur noch katzbuckelnd die Verschwendungssucht seiner Arbeitgeberin.
Oder Hanan, eine Gespielin der Oberschicht, die ihre Dienste allen interessierten Männern gleichermaßen anbietet und dadurch unbewusst ihren Mann in seiner Funktion als Journalist protegiert. Also belässt er es lieber beim Status Quo, als sich von seiner an ihm desinteressierten Frau zu trennen.

Dima Wannous schildert in ihrem Vorwort ihre Überlegungen zu diesen Erzählungen und zur Revolution. Sie stellt ganz klar fest, dass das syrische Volk auch vor 2011 bereits tief gespalten und uneins war. Und die brillante Übersetzerin Larissa Bender schreibt im Nachwort: „Kann Literatur die Welt verbessern? Ganz sicher nicht! Aber sie kann erklären. Sie kann Entwicklungen nachzeichnen und Zusammenhänge sichtbar machen, für die im schnelllebigen Medienalltag kein Platz ist. […] Genau das trifft auf die Literatur von Dima Wannous zu.“

Tolle, markante, bildreiche Sprache, eine wichtige Vertreterin der modernen, arabischsprachigen Literatur.  Daher für Alle, die sich für Hintergründe der momentanen syrischen Situation interessieren, als Lektüre absolut empfohlen.

Das Buch im Katalog der Bibliothek im zib...


25.11.2017

Kreisstadt Unna

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