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Anregung & Kritik

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Kreisstadt Unna:

Jennifer Clement: Gebete für die Vermissten 

Ein Hohelied auf die Freundschaft und die Solidarität unter Frauen mit vielen Moll- und einigen Dur-Tönen.

Ladydi, eine Jugendliche aus dem mexikanischen Bundesstaat Guerrero (dort, wo vor einem Jahr 43 Studenten unter ungeklärten Umständen verschwanden), erzählt aus ihrem Leben. Sie lebt mit ihrer Mutter und ihren Freundinnen in einer Siedlung von Frauen. Die Männer sind entweder für die großen Drogenbarone des Landes tätig oder auf der Suche nach Arbeit in die USA gegangen. Schon früh macht Ladydi die Erfahrung, dass ein Leben als Mädchen in Mexiko keinen Cent wert und immer hochgefährlich ist. Liebe und Geborgenheit findet sie bei ihren Freundinnen und ihrer alkoholkranken aber dennoch sehr lebenstüchtigen Mutter. Ladydi und  ihre Freundinnen werden von ihren Müttern so gut es geht versteckt, die Frauen halten zusammen. Trotzdem können sie nicht verhindern, dass die Mädchen verschwinden,  als Sexsklavinnen der Drogenmafia oder als Arbeitssklavinnen von Menschenhändlern entführt werden.

Als Ladydi als Hausmädchen nach Acapulco zu einer reichen Familie kommt, glaubt sie an eine Wendung des Schicksals, lernt dort auch einen jungen Gärtner kennen und lieben. Doch ihr Glück ist nicht von Dauer, ohne Vorwarnung wird sie verhaftet und wandert unter Mordanklage ins Gefängnis. Und auch hier wird ihr von anderen Frauen, die zum Teil viel schlimmere Schicksale durchleben, geholfen.

Die in den USA geborene und in Mexiko-Stadt aufgewachsene Jennifer Clement hat für diesen Roman ein Jahrzehnt die Verhältnisse in Mexiko recherchiert. Diese Kenntnisse kommen vor allem in der Handlung des Romans zum Tragen. In einer absolut grausamen Männerwelt geben die Frauen ihr Bestes zu überleben, scheitern aber immer wieder und sind letztendlich auf Glück oder eine erfolgreiche Flucht in die USA angewiesen. Das traditionelle Mexiko zieht sich unter dem Einfluss der Drogengeschäfte und des Menschenhandels immer weiter zurück, die Gesellschaft ist von kriminellen Männern dominiert. Und doch geben die Frauen nicht auf. Die Mutter bekommt Ladydi aus dem Gefängnis frei, zusammen mit ihrer Halbschwester fliehen sie in eine unbekannte Zukunft. Trotz aller haarsträubenden Schilderungen und desillusionierenden Umstände ein mutiger Roman, mit gnadenloser, aber kraftvoll poetischer Sprache, der noch lange nachklingt.

 

Das Buch im Katalog der Bibliothek im zib...


20.11.2017

Kreisstadt Unna

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