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Anregung & Kritik

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Kreisstadt Unna:

Karen Duve: Fräulein Nettes kurzer Sommer 

Wir schreiben das Jahr 1820. Auf dem Bökerhof derer von Haxthausen schlägt sich die junge Annette von Droste-Hülshoff, die Enkelin des Gutsherren, mit den überhaupt nicht zu ihr passen wollenden Sitten und Vorstellungen der damaligen Zeit herum. Frauen haben still und sanft in der Ecke zu sitzen und Handarbeiten zu erledigen oder sich religiös zu erbauen. Die Schreibversuche von Annette stoßen der Verwandtschaft deswegen auch zu großen Teilen sauer auf.

Vor allem die Männer - manche versuchen sich selber literarisch - lassen kein gutes Haar an ihr. Zudem sind die weiblichen Verwandten ein wenig missgünstig, denn die vorlaute und selbstbewusste Art von Annette sichert ihr immer wieder das Interesse von potenziellen Partnern, die ihre Wege kreuzen. Und das, obwohl Annette weder besonders hübsch ist, noch gewandt parliert und ewig kränkelt. Daher verwundert es nicht, dass die aufkeimende Liebesbeziehung zu dem Mann, der ihr das ehrlichste und größte Interesse entgegenbringt, durch eine Intrige eines Nebenbuhlers, unterstützt von der Verwandtschaft, im Sande verläuft. Annette ist zutiefst beschämt und bleibt für lange Zeit unglücklich. Ob diese Episode in ihrem Leben sich tatsächlich so zugetragen hat, lässt sich nicht beweisen. Dennoch ist das Leben der Droste-Hülshoff in der Zeit um 1820 sowie die deutsche Geschichte mit den Burschenschaften und den zum Teil sehr anstrengenden und ärmlichen Lebensumständen wunderbar und lebendig geschildert, auch dank Duves trockenem Humor.

Kurz vor der diesjährigen Frankfurter Buchmesse erschienen machte der neue Roman der Autorin schlagartig Furore. Man gönnt Karen Duve den direkten Sprung in die Bestsellerliste, denn der von der Kritik hochgelobte Roman ist einer dieser Titel, der trotz des vielleicht etwas dröge anmutenden Themas den Leser sofort verzaubert. Man merkt dem Roman an, wie umfassend die Autorin diese Zeit verinnerlicht hat. Zudem hat sie das Leben der Droste-Hülshoff akribisch recherchiert. Auch die Sprache passt hervorragend, zum Teil übernimmt Duve Redewendungen der damaligen Zeit. Eine absolut überzeugende, unterhaltsame und stimmige Schilderung eines interessanten Abschnitts der deutschen Geschichte und ihrer Dichter. Toll.

Das Buch im Katalog der Bibliothek im zib...

Das Hörbuch im Katalog der Bibliothek...

Stichwörter:
Cynthia D’Aprix Sweeney, Das Nest, Literatur, Lesetipp, Bibliothek

19.06.2019

Kreisstadt Unna

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