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Kreisstadt Unna:

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Kunst im öffentlichen Raum 

Ein virtueller Spaziergang durch Unna

Kunst kann Menschen bewegen, macht Städte lebendig und schafft kulturelles Leben.

Kunst im öffentlichen Raum kann so vielfältig sein, ob Skulptur oder Plastik, Brunnen oder Denkmal. Die Skulpturen sind dauerhaft aufgestellt und rund um die Uhr öffentlich zugänglich. Neben den 30 Außenobjekten und 5 Brunnen in der Stadt und den Stadtteilen wurde in einem weiteren öffentlichen Raum, dem Rathaus, Ende der 80iger Jahre die Rathausgalerie eingerichtet, die durch Kunstankäufe und Schenkungen kontinuierlich komplettiert wurde und heute 84 Kunstwerke - Gemälde, Skulpturen, Plastiken - umfasst. Ortsansässige Künstler oder die wohl bekanntsten Werke der vier großen Unnaer Künstler Kürten, Oldenburg, Buschulte und Baron (K.O.B.B.), deren Werke in der Rathausgalerie und in der Stadt im öffentlichen Raum vertreten sind.

(Brunnenplastik Rathausplatz - Carlernst Kürten, 1990)

 

          

(Ecce Homo II des Bildhauers Heinz Kleine-Klopries/ verh. Ackermanns,1986, Rathausgalerie, Foto: Petra Hanstein)
 

Ein solch offenes Kunstverständnis schuf auch das Klima in der Kreisstadt Unna für die Ansiedlung des Zentrums für Internationale Lichtkunst mit der berühmten "Fibonacci-Reihe" von Mario Merz. 2001 installiert am alten Schornstein des Brauereigebäudes in der Massener Straße und dem "Third Breath" von James Turrell, in dessen Folge 2003 die Lichtinstallation des belgischen Lichtkünstlers Berry van Eghten an der evangelischen Stadtkirche, am Hellweg-Museum und am Standesamt realisiert wurde oder die Lichtinstallation des renommierten Lichtdesigners Michael Batz, der den Friedrichsborn mit Licht inszeniert hat (Licht im öffentlichen Raum-Lichtdesign).

 

(Fibonacci Reihe - Mario Merz 2001, Foto:Carsten Ivo Gliese 2012)

(Foto: www.lichtkunst-unna.de, Third Breath von James Turrell, Petra Hanstein)
 

"Kunst und Kultur- umsonst und draußen!" - Eine Aussage, welche bereits seit vielen Jahren die Arbeit des Kulturbereiches der Kreisstadt Unna prägt. 30 Kunstwerke und 5 Brunnen, die über das gesamte Unnaer Stadtgebiet verteilt und für die Menschen frei zugänglich sind, laden ein zum Verweilen, Wahrnehmen, Entdecken und zur Begegnung. Dieser virtuelle Spaziergang möchte Lust darauf machen, die eigene Stadt, ihre Kunstwerke und Künstler noch einmal mit neuen Augen zu entdecken und zu sehen. Die nachfolgenden Bilder und Informationen laden zu einem inspirierenden und kreativen Spaziergang durch Unnas künstlerische Landschaft ein.

Die Website www.nrw-skulptur.de stellt herausragende Werke der Kunst im öffentlichen Raum der Städte und Gemeinden in NRW vor. Ins Leben gerufen wurde das Portal durch das Kultursekretariat NRW Gütersloh, um die hohe Qualität der Kunst im öffentlichen Raum in ganz NRW aufzuzeigen und das Augenmerk auf diese oft wenig beachtete Kunstform zu lenken.

Beim Spaziergang im Bornekamp blickt man direkt zu Beginn des Fußweges auf der rechten Rasenseite auf die "Meteora".
Die zweiteilige Holz-Stahl-Skulptur wurde 1980 durch die Gruppe Kontakt Kunst errichtet.

Meteora (Gruppe Kontakt Kunst, 1980)

 

Nur wenige Schritte weiter erreicht man den vierteiligen "Klangweg" von Paul Fuchs. Die Elemente "Holzblockwagen", "Windvogel" (beide auf der rechten Seite) sowie die "Außerirdische" (linke Seite) wurden im Jahr 1983 errichtet. Das "Trompetentier" (linke Seite) folgte im Jahr 1985. Während der Holzblockwagen aus den Materialien Holz und Stahl gefertigt wurde, bestehen die drei weiteren Skulpturen aus Bronze.

Holzblockwagen (Paul Fuchs, 1983)

Windvogel (Paul Fuchs, 1983)

 Die Außerirdische (Paul Fuchs, 1983)

 Das Trompetentier (Paul Fuchs, 1985)

In unmittelbarer Nähe zum Klangweg befindet sich eine weitere, außergewöhnliche Arbeit von Paul Fuchs. Die Inklination, eine rund 16m hohe und in sich drehbare Skulptur, ist seit dem Jahr 1998 im Besitz der Kreisstadt Unna.

Inklination (Paul Fuchs, 1998)

 

Regenfrau (Paul Fuchs, 1987)

 

Informationen zu Paul Fuchs:
Paul Fuchs, geboren 1936 in München, Bildhauerstudium bei Heinrich Kirchner an der Akademie der bildenen Künste in München, lebt und arbeitet heute sowohl in der Nähe von Siena als auch in Peterskirchen, Bayern.

Wir setzen unseren Fußweg weiter fort und unterqueren die Autobahnbrücke. Direkt unter der Brücke wurde 1994 durch Karl-Friedrich Fritsche das "Steinfeld mit Vegetationslinie" angelegt. Ein mit Hilfe zufällig platzierter Steine und Felsen dynamisches Kunstwerk durchwoben von den vegetativen Umwelteinflüssen. In Dürreperioden kann die gewollte Vegetation jedoch auch ausbleiben.

Steinfeld mit Vegetationslinie (Karl-Friedrich Fritsche, 1994)

Informationen zur Karl-Friedrich Fritsche:
Karl-Friedrich Fritsche ist 1951 in Zschoppau geboren und studierte von 1971 bis 1976 freie Malerei an der Folkwangschule in Essen. Nach seiner Tätigkeit bei den städtischen Bühnen in Hagen von 1976 bis 1984 folgten zahlreiche Einzelausstellungen in Galerien in der gesamten BRD. 

Nachdem wir das Steinfeld hinter uns gelassen haben und einige Meter gelaufen sind, erreichen wir den "Siebenklang" der Künstlerin Marlen Liebau. Die sieben unterschiedliche Köpfe der 1995 auf der "grünen Wiese" errichteten Solarskulptur erzeugen gemeinsam mit dem Wind angenehme Tonkompositionen.

Siebenklang (Marlen Liebau, 1995)

Informationen zu Marlen Liebau:
Marlen Liebau ist 1951 geboren in Dietersdorf im Harz, aufgewachsen in der ehemaligen DDR. Sie studierte in Dresden und Berlin und lebt seit 1980 als bildende Künstlerin in der BRD. 1982 Studium der Kunstwissenschaften an der TU Berlin. Sie betreibt seit 1983 zahlreiche Ausstellungen im In- und Ausland und ist tätig auf den Gebieten Malerei, Installationen, Videoinszenierungen, Arbeiten zum Raum, Skulpturen, Landart sowie Projektentwicklungen.

Ein weiterer kurzer Fußmarsch führt uns zum "Erd-Mal" von Karina Raeck. Im Rahmen des Projektes Kunst und Ökologie wurden 1994 bis 1995 Kalkmergelschutt und nährstoffarme Erde in ca. 80cm hohen Erdwällen und einer ca. 2m hohen Pyramide in etwa konzentrisch um drei Eschen angeordnet. Insgesamt erstreckt sich das Erd-Mal auf eine Fläche von ca. 35 mal 40m und ist mit Wildkräutern bewachsen.

Erd-Mal (Karina Raeck, 1994/95)

Informationen zu Karina Raeck:
Karina Raeck ist 1938 in Berlin geboren und studierte von 1956 bis 1959 Schauspiel und Ausdruckstanz in Düsseldorf und Hamburg. In der Zeit von 1961 bis 1969 führten sie zahlreiche Reisen nach Frankreich, Spanien, Griechenland und Mexiko. Seit 1970 zahlreiche Ausstellungen und Landschaftskunstprojekte im In- und Ausland.
Steinkreis - Bornekamp "Katzebuckel" (Holger Hagedorn, 1998)

Wasserstau (Gruppe Kontakt Kunst, 1989)

 

Auch außerhalb des Bornekamps lässt sich eine künstlerische Reise fortsetzen. Bei einer Fahrt über den Verkehrsring begenet uns auf der linken Seite an der Kreuzung zur Josef-Ströthoff-Straße / Ecke Wasserstraße der "Wasserstau", eine Brunnenplastik, welche im Jahr 1989 durch die Gruppe Kontakt Kunst sowie mit Unterstützung von Auszubildenden Unnaer Firmen entstandt. Bei der Unnaer Brunnen-Skulptur signalisiert der freischaffende Bildhauer Hans-Werner Kalkmann die Absicht der Stadtväter, dem Wasser in Unna wieder mehr Bedeutung zukommen zu lassen und lässt symbolisch den kanalisierten und überbauten Kortelbach, der im Bornekamp entspringt, wieder an die Erdoberfläche treten. Die lackierte Aluminium-Welle - als Zeichen für das Wasser des Baches - bewegt sich auf ca. 8 Meter Länge hin auf das hohe, weithin sichtbare Torelement zu. Dieses 7,50 Meter senkrecht in die Höhe ragende Element soll an das ehemalige Wassertor in der mittelalterliche Stadtmauer erinnern. Aus 12 senkrecht übereinanderliegenden Düsen treten waagerechte Wasserstrahlen heraus und prallen dann auf die gegenüberliegende Wand des Tores. Weiter unten wird das Wasser in einem weiteren Becken gesammelt und fliesst mit dem Wellenende wieder in die Erde zurück. Die Brunnenanlage am Ring wird, wie alle öffentlichen und funktionsgebundenen Kunst- und Wasserwerke in der Kreisstadt Unna, gemeinsam vom Immobilienmanagement und den Stadtbetrieben Unna unterhalten. Der Betrieb der Brunnen findet in der Regel in der Zeit von Anfang April bis Ende Oktober eines jeden Jahres statt. Die täglichen Laufzeiten sind von 8.00 bis 21.00 Uhr.

Unweit des Südrings befindet sich an der Peter-Weiss-Gesamtschule die "Stelengruppe" von Josef Rikus.

Stelengruppe - PWG (Josef Rikus, 1966)

 

Folgt man dem Verkehrsring weiter in Richtung Bahnhof erwartet uns auf der linken Seite im Stadtgarten die "Hoffnung (Mauer mit Kind)". Die Betonskulptur wurde im Jahr 1986 durch Janina Jelenska-Papp errichtet und ist seitdem dauerhaftes Graffiti-Opfer.

Hoffnung (Janina Jelenska Papp, 1986)

Informationen zur Janina Jelenska Papp:
Janina Jelenska Papp ist 1946 in Dvailiniai/Litauen geboren und studierte bis 1972 an der Akademie der schönen Künste in Krakau. Nach ihrem Diplom 1972 beteiligte sie sich an zahlreichen Projekten zur Kunst im öffentlichen Raum in Polen und Deutschland und stellte in renomierten polnischen Häusern aus. Sie erhielt mehrfach Preise im Wettbewerb um die "Skulptur des Jahres" in Krakau sowie den silbernen Künstler Verdienstorden im Jahr 1989.
Gedenkstätte für die jüdischen Opfer der NS, Errichtung des Denkmals 01.12.1985 Verkehrsring Massener Straße

Windbewegliche Plastik - Eissporthalle Unna- (Carlernst Kürten, 1981)

Die windbewegliche Plastik ist das dritte Exemplar einer vierköpfigen Werkfamilie. (…) Gemeinsam ist den Arbeiten ein acht Meter hohes Gestell aus jeweils drei 16 cm starken Chromnickelstahlrohren, das auf einem halbversenkten Betonsockel steht und an beiden Enden durch Querverstrebungen verbunden ist. Diese Anordnung entspricht den gedachten Eckpunkten eines gleichseitigen Dreiecks mit einer Seitenlänge von 140 cm. Für die Freiplastik in Unna wählte Carlernst Kürten sechs rautenförmige Hohlkörper mit einer Seitenlänge von 90 cm x 110 cm aus 2,5 cm dünnem Stahlblech, wobei je zwei der sechs Elemente durch eine Trägerplatte schräg versetzt miteinander verbunden sind. Durch die vorder- und rückseitigen Öffnungen wird zusätzlich Einblick in die innere Konstruktion der Flügelpaare gewährt. So sehr die beweglichen Körper auch nach streng mathematischen Gesetzmäßigkeiten konzipiert worden sind, so sehr ergibt sich durch ihre permanente Positionsveränderung ein lebhaftes, äußerst differenziertes Erscheinungsbild. Die komplexe, innere Struktur der Flügelanlagen erschließt sich dem Betrachter nur zögernd, da sich Form und Volumen der Rautenkörper je nach Stellung extrem zu verändern scheinen. Damit bewirkt der Künstler eine augenfällige Dynamisierung der an sich starren Elemente, deren Raumrelationen einem ständigen Wandel unterliegen. Gesteigert wird diese Vielansichtigkeit zusätzlich durch eine reiche Lichtmodulation, zumal selbst zaghafte Sonnenstrahlen das hochglanzpolierte Material intensiv reflektieren lassen.

 

 

Gedenkstein Zwangsarbeit - Oberer Kohlenweg (Carlernst Kürten, 2000)

Der 1921 in Waltrop geborene Bildhauer Carlernst Kürten arbeitete seit 1957 - nach Bildhauerlehre und Studium an den Werkkunstschulen Dortmund und Münster - als freischaffender Bildhauer. Er hinterließ nach seinem Tod (gestorben 30.12.2000 in Unna) ein Werk, das zahlreiche kleine wie große Plastiken aus Edelstahl, Bronze und Holz, Holzdrucke, Prägedrucke, Skizzen und Schmuck umfasst.
Die Arbeiten von Carlernst Kürten, einem der bekanntesten Bildhauer der Region des Ruhrgebietes und darüber hinaus, sind dem Konstruktivismus zuzuordnen. Er war ein Vertreter der "Konkreten Kunst"; sein Schaffen galt der Entwicklung der konkreten Plastik.
Die großen Objekte von Carlernst Kürten stehen in der Region häufig als "Kunst am Bau" vor den modernen Rathäusern und Schulen und auf öffentlichen Plätzen.

Sein Leben und seine Werke verbinden den Künstler stark mit dem Ruhrgebiet und vor allem mit der Stadt Unna. In Unna sind seine Werke an mehreren Stellen zu sehen, so z.B. der Kastanienbrunnen am Seniorentreff, die großen Plastiken am Rathaus und am Pestalozzi-Gymnasium und die windbewegliche Plastik an der Eissporthalle.

 

Seine Frau Waltraud Kürten hat sich dazu entschlossen, sein Werk in eine örtliche, rechtlich unselbständige Stiftung der Stadt Unna einzubringen, die im Haushalt der Stadt Unna geführt wird. Die Stiftung wurde zum 01.01.2002 gegründet.

Weitere Informationen finden Sie hier:

Carlernst Kürten - Stiftung

Die Begegnung - Bahnhofstraße, Einmündung Morgenstraße - (Ernst Oldenburg, 1984)

Die Darstellung des Menschen in Skulpturen und Bildern ist Hauptthema des künstlerischen Schaffens von Ernst Oldenburg. Die figürliche Komposition schließt alle Gefühlswerte mit ein: Geborgenheit, Freude, Angst, Trauer und Demut.

So formulieren die beiden überlebensgroßen Bronzefiguren ein alltägliches, immer wiederkehrendes Ereignis: "Die Begegnung", inmitten einer belebten Fußgängerzone. Beide abstrakt gestalteten menschlichen Gestalten begegnen sich aufrecht stehend, in fast symmetrischer Schrittstellung und reichen sich zur Begrüßung beide Hände, die miteinander verschmelzen. In ihrer Gesamtheit erschient die Figurenkomposition im Raum kompakt. Beide Figuren öffnen sich aber aufgrund der beschriebenen Armbewegung zur Begrüßung und bilden einen plastischen Innenraum.

Ein weiteres interessantes Merkmal dieser Arbeit sind die schrundigen, zerklüfteten Oberflächen der Bronzeskulptur. Undeutliche Spuren des Modellierens an dem massiv gegossenen Figurenpaar hinterlassen den Eindruck der Skizzenhaftigkeit. Somit bewirkt das Licht, das an der Oberfläche reflektiert und teilweise gebrochen wird, unterschiedliche Schatten- und Helligkeitszonen, so dass man bei wechselnden Betrachterstandpunkten das variirende Licht zwischen hellen und dunklen Partien wahrnehmen kann.
Weitere Informationen Finden Sie unter:

www.oldenburg-museum.de

Kastanienbrunnen vor dem Seniorentreff "Fässchen" (Carlernst Kürten, 1982)


Als Blickpunkt des Platzes vor dem Seniorentreff "Fäßchen" an der Hertingerstraße wählte Carlernst Kürten einen quadratischen Sockel aus Anröchter Dolomit, der in der Mitte eine Dreiergruppe in Bronze gegossener Kastanien trägt. Fünf weitere Kastanien wurden, vom Alten Markt aus gesehen, um die Vorderseite der Brunnenanlage gruppiert. Gespeist wird der Brunnen aus einer Quelle unterhalb der zentralen Kastaniengruppe. Dabei fliesst das Wasser in ruhiger, gleichmäßiger Bewegung über die schrägen Flächen in das kleine, leicht vertiefte Auffangbecken. Bewusst hat der Künstler auf Wasserspiele und Springbrunneneffekte verzichtet, um in der hektischen Betriebsamkeit der Innenstadt einen ausgleichenden Ruhepol zu schaffen. Der Künstler ließ-quasi als natürliches Pendant seiner Konzeption-einen jungen Kastanienbaum in unmittelbarer Nähe des Brunnens pflanzen. Mit diesem Entwurf bezog er sich auf den umfangreichen Bestand an alten Kastanienbäumen, der das Unnaer Stadtbild seit vielen Generationen bestimmt. Dabei versteht er seinen Brunnen nicht nur als künstlerischen Hinweis auf diese wertvollen Baumbestände, sondern zugleich als eine Aufforderung zu deren Pflege und Erhaltung.

Eselsbrunnen auf dem alten Markt (Josef Baron, 1978)

Dieser vom Hemmerder Bildhauer Josef Baron geschaffene Brunnen mit der in Bronze gegossenen Unnaer Symbolfigur wurde am 24. April 1978 eingeweiht, nachdem der Marktplatz schon 1969 umgestaltet worden war. Dieser Brunnen ist eine gelungene Kombination des städtischen Symbols und der vormals auf dem Markt stehenden Fontäne, welche mit der ersten Unnaer Wasserleitung (seit 1440) verbunden war. Josef Baron hatte schon einmal für den Verkehrsverein die Eselsfigur mit dem Treiber entworfen.

Josef Baron gehört zu den "Großen Vier der Unnaer Kunst (KOBB)" und hat genau wie die Bildhauer und Maler Ernst Oldenburg und Carlernst Kürten und dem Glasbildkünstler Wilhelm Buschulte zahlreiche Kunstwerke im öffentlichen Raum Unnas hinterlassen.

Josef Baron, 1920 in Oberschlesien geboren, lebt seit 1953 in Unna-Hemmerde. Vorher hatte er sein Studium an der Kunstakademie in Düsseldorf bei Ewald Mataré absolviert, in dessen Bildhauerklasse er mit heute berühmten und weltweit geschätzten Künstlern wie Joseph Beuys und Erwin Heerich, Heinz Mack, Otto Piene und Günther Uecker zusammenarbeitete und seinen Weggefährten Günter Haese kennenlernte.  
  
Wir sind glücklich und stolz, dass die Unnaer auch im alltäglichen Leben den Werken des Künstlers Josef Baron begegnen können. Der Friedensstein in der Bürgerhalle des Rathauses, der mahnenden Ikarus im Schulgarten des Ernst-Barlach-Gymnasiums oder der Eselsbrunnen auf dem Marktplatz sind sichtbare Zeichen des Wirkens von Josef Baron. Bedeutsam sind seine sakralen Werke: das Portal und die Innenraumgestaltung der Kirche St. Martin und die beiden Großplastiken an der Westwand von St. Katharina in Unna.

(Friedensstein im Rathaus der Kreisstadt Unna, Foto: Petra Hanstein)

(St. Katharina - Großplastiken an der Westwand, Foto: Petra Hanstein)
 
("Der Mahnende Ikarus" im Schulgarten des Ernst-Barlach-Gmnasiums, Foto: Josef Baron)

Am 16.12.2011 ehrte die Kreisstadt Unna den Künstler Josef Baron mit der Publikation "Josef Baron - ein Leben für die Kunst", die die wichtigsten Sationen seines künstlerischen Schaffens markiert und anhand zahlreicher, ausgewählter Abbildungen vorstellt. Nach langen und intensiven Vorarbeiten und Dank der tatkräftigen Unterstützung von Josef Baron, seines Sohnes Christoph Baron und seienr Ehefrau Marianne, der redaktionellen Arbeit  des Kunsthistorikers Dr. Bernd Finkeldey
 aus Düsseldorf, sowie der gestalterischen Leistung des Druck Verlages Kettler in Bönen präsentiert und dokumentiert das Werk, das mit finanzieller Unterstützung des Landschaftsverbandes Westfalen-Lippe und der Sparkasse Unna realiesiert werden konnte, den Künstler und sein Werk umfassend.

Der Katalog "Josef Baron - ein Leben für die Kunst" ist zum Verkaufspreis von 28,00 € im i-Punkt im zib unter 02303-103777 oder zib-i-punkt@stadt-unna.de sowie im Buchhandel erhältlich (ISBN 978-3-86206-015-3).

Die Publikation des Unnaer Glasbildkünstlers "Wilhelm Buschulte - Spätwerk und Rückblick" (ISBN 978-3-89870-860-9) ist zum Verkaufspreis von 19,80 € ebenfalls im i-Punkt im zib, sowie im Buchhandel erhältlich. Am 20.03.2015 wurde der Förderverein Künstlerhaus Buschulte e.V. in Unna gegründet. Um die Werke und das Haus des Künstlerehepaares Maria und Wilhelm Buschulte zu erhalten und der Öffetlichkeit zugänglich zu machen, haben Familienmitglieder und Kunstinteressierte den gemeinnützigen Verein gegründet. Weitere Informationen zur umfangreichen Kunst sowie dem Kunsthaus am Obermassener Kirchweg 16a finden Sie auf der Homepage unter:

buschulte.com

Die Lesende - Burgstraße am Hellweg-Museum (Karlheinz Oswald, 1993)

Ich - Ernst-Barlach-Gymnasium (Konrad Sieben, 1989)

 Faszinierende Kunstwerke sind auch in den verschiedenen Unnaer Stadtteilen zu entdecken. In Unna-Königsborn locken der "Taubenkasper" von H.W. Kalkmann, Kurt Lehmanns "Seejungfrau/Die Liegende", ein "Fabeltier" von Hans-Werner Kalkmann, eine Klangskulptur aus Holz und Metall in der Nähe der Jugendkunstschule und eine Steinplastik an der Kamener Straße unweit der Glückauf-Kaserne.

Taubenkasper - Markt Königsborn (H.W. Kalkmann, 1981)

 

Seejungfrau/ Die Liegende - Anne-Frank-Realschule Unna-Königsborn (Kurt Lehmann, 1966)

Fabeltier - Berliner Allee Unna-Königsborn (Gruppe Kontakt Kunst/ Otto Almstadt, Hans-Werner Kalkmann, 1984)

Klangspiel - Jugendkunstschule (Claus van Bebber/Helmut Lemke, 2004)

 

"Glückauf-Stollen" - Kamener Straße/Glückauf-Kaserne (H. Schlüter, 1981)


In Unna-Massen betört "Die Schöne", eine Bronzeskulptur von Almuth Luetkenhaus, ihre Betrachter. Die Steinskulptur "Familie" am Wellersbergplatz ergänzt das Angebot Kunst im öffentlichen Raum in Massen.

Die Schöne - Bühne im Bürgerhaus Unna-Massen (Almuth Luetkenhaus, 1960)

"Familie" - Wellersbergplatz Unna-Massen

An der Einmündung des Afferder Bachs in den Massener Bach (unterhalb des Afferder Wegs zwischen Bürgerhaus und Kreurund Dortmunder Straße) überrascht die Wasser-Installation "Erscheinen-Verschwinden" von Claudia Schmacke als Teil des Kunstprojekts ÜBER WASSER GEHEN.

Erscheinen-Verschwinden - Einmündung Afferder Bach in den Massener Bach (Claudia Schmacke, 2013)

Seit dem Kulturhaupstadtjahr 2010 hat sich an der Seseke und ihren Zuflüssen viel getan: der ökologische Umbau der Gewässer und der Bau der begleitenden Freizeitweg sind vom Lippeverband in weiten Teilen abgeschlossen worden. Zudem ermöglicht das Kooperationsprojekt ÜBER WASSER GEHEN mit weiterne Kunstwerken neue Perspektiven auf die Flusslandschaft. Den Auftakt einer Eröffnungsreihe über den Sommer 2013 bildet die Unnaer Kunstinstallation "Erscheinen und Verschwinden" von Claudia Schmacke, die am 14.07.2013 von den Kooperationspartnern der Kreisstadt Unna und dem Lippeverband eingeweiht wurde. Das Kunstwerk, dessen Realisierung durch die Kreisstadt Unna, den Stadtwerken Unna und dem Lippeverband ermöglicht wurde, befindet sich In Unna - Afferder Weg/ Brücke Massener (Nähe Einmündung "An der schwarzen Saline") und lädt zum Verweilen ein. Die Berliner Künstlerin Claudia Schmacke macht die Natur zur Bühne für eine Wassererscheinung und regt zum Nachdenken an über die Zusammenhänge von künstlichen und natürlichen Strukturen. Am Massener Bach vor der Einmündung des Afferder Baches erscheint in Intervallen eine Fontäne, deren Wasser in einem überdimensionierten Abfluss "verschwindet". Mit diesem verweist die Künstlerin auf den unterirdisch verlaufenden Abwasserkanal, der erst die Renaturierung der Gewässer möglich machte.
Weitere Informationen finden Sie unter:

www.ueberwassergehen.de

 

"Skulpturen in Unna -Kunst im öffentlichen Raum"  (Skulpturenführer von 1992, herausgegeben vom Landschaftsverband Westfalen-Lippe und der Kreisstadt Unna) fidnen Sie hier zum Download:

Skulpturen in Unna

Auch die umliegenden Unnaer Gemeinden haben spannende Kunstwerke im öffentlichen Raum zu bieten. In Lünern wartet auf Interessierte das "Paar 1943 (Der Pole und die Deutsche)" von Christian Brachmann.

Paar 1943 (Der Pole und die Deutsche) - Lünerner Bahnhofstraße (Christian Brachmann, 1987)

 

 

In Hemmerde befindet sich die Bronzesäule mit umlaufendem Relief des Künstlers Josef Baron "Die Obsternte" an der Hemmerder Dorfstraße unmittelbar vor der Sparkassenzweigstelle.

"Obsternte" - Hemmerder Dorfstraße


 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Auf der Ecke Hemmerder Dorfstraße/Friedhofsweg steht die fast lebendig wirkende Bronzeskulptur "Schulkinder" von Harald K. Müller.

Spielende Schulkinder - Hemmerder Dorfstraße/Friedhofsweg (Harald K. Müller, 2008)


25.11.2017

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