Das Landesprogramm "Lernen mit neuen Medien" brachte zunächst auch wenig Änderungen: Noch bis 2002 wurden die Gelder - rund 110.000 Euro/Jahr - nach Schülerzahlen an die einzelnen Schulen verteilt. Die Stadt Unna suchte mit einem Medienentwicklungsplan nach einer Zukunftsstrategie. Das 2001/2002 erstellte und von der Politik beschlossene Werk hatte allerdings ein Ergebnis, das in Zeiten der Haushaltssicherung schon fast wieder ein Ende der Pläne bedeutet hätte: 3 Mio. Euro müsse Unna investieren, dazu noch 10 Administratoren einstellen, damit die Schulen zeitgemäßen Bildungsanforderungen entsprechen. Einen Ausweg zeigte das parallel erarbeitete Gutachten über die „IT-Strategie für die Stadtverwaltung Unna“. Es empfahl unter anderem eine Konzernsicht für die Datenverarbeitung zu verfolgen. IT-Entwicklungen, IT-Standardisierung sowie der IT-Betrieb sollten gemeinschaftlich bedacht und bewertet werden, um eine effiziente Lösung zu finden. Die Informationstechnologie sollte auch konzernweit unter der Federführung der Wirtschaftsbetriebe der Stadt Unna GmbH (WBU) und deren Tochter Stadtwerke Unna GmbH gebündelt werden.
Zur Vorbereitung des neuen Schulcampus führte die Verwaltung 21 Einzelgespräche mit allen Schulen. Ziel: Mit den kalkulierten Investitionen von drei Mio. Euro eine einheitliche Ausstattung zu erreichen, die möglichst flexibel für alle Inhalte ist. Beteiligt an dem weiteren Konzept waren nicht nur Stadt Unna mit Schulverwaltung, Hochbauverwaltung und Marketing, die Wirtschaftsbetriebe der Stadt Unna GmbH (WBU, alle Schulen,Eltern, die E-nitiative (Stiftung Partner für Schule NRW), die Fujitsu SIEMENS Computers GmbH, die Siemens Business Services, lokale Dienstleister und dann ein Projektbeirat aus allen Beteiligten.
Ende 2003 präsentierte sich das Virtuelle Klassenzimmer für Unna mit einer großen Messe in der Stadthalle. Eltern, Lehrer und Schüler/innen informierten sich über den Campus, eine selten große Koalition aller Ratsfraktionen stellte sich hinter das Unnaer Pilotprojekt. In 2004 rollten die Notebook-Wagen in die weiterführenden Schulen. Und zwei Notebook-Klassen, die die Gesamtschule Königsborn als Vorreiterin angeboten hatte, waren überbucht: Mehr Eltern als vorher gedacht wollten ihr Kind mit einem privat finanzierten Notebook für den Unterricht ausstatten.
Der Unnaer Schulcampus Unit21 beweist sich als Magnet für die Schulstadt: Bei insgesamt sinkenden Schülerzahlen melden sich zahlreiche Kinder auch aus Nachbargemeinden für das kommenden Schuljahr 2011/12 zu den weiterführenden Schulen in Unna an. Gerade das Unnaer Angebot an Lernen mit modernen Medien überzeugt Schüler und Eltern. Die Gesamtschule Königsborn könnte theoretisch sechs Notebook-Klassen einrichten, die Anne-Frank-Realschule kann wieder zwei der Klassen bilden, in denen die Kinder mit privat finanzierten Geräten arbeiten. Auch die Hellweg-Realschule, die erstmals Notebook-Klassen anbot, hatte über die Hälfte der Kinder, die mit eigenen Rechnern lernen wollen. Eine Übersicht zu den Anmeldungen finden Sie hier.
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Mobiles Lernen im Highspeed-Campus: Das wohl schnellste Schulnetz Deutschlands geht am Montag, 17. August, in Unna in den Volllast-betrieb. Mit bis zu 300 MBit im einzelnen Klassenzimmer (dies entspricht ca. 150 privaten DSL-Anschlüssen) surfen und arbeiten die Schülerinnen und Schüler drahtlos mit ihren Notebooks im Unterricht. Das Tuning des Schulnetzes war nötig: Bis zu 1.300 Notebook-Nutzer schalten sich allein im Schulzentrum-Nord regelmäßig im Schulstunden-Takt in den Online-Campus ein. „Und das auf einem Radius von 200 Metern – das schafft kaum ein Großunternehmen“, sagt Jürgen Schwarz von ASC.
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