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Blick in eine ruhige Wohnstraße mit Reihenhäusern und geparkten Autos; am rechten Straßenrand steht ein großer Baum und eine Straßenlaterne. Blauer Himmel mit einzelnen Wolken, Herbststimmung

Klimaquartiere in Unna

Alle Informationen auf einen Blick

Klimaquartiere in Unna

Mehr Klimaschutz im Quartier – mit Energie, Wärme, erneuerbaren Quellen und nachhaltiger Mobilität.

Mit der Energetischen Stadtsanierung betrachtet die Kreisstadt Unna ganze Quartiere als „System“: Gebäude, Energieversorgung, Erneuerbare Energien, Infrastruktur und Mobilität werden zusammen gedacht. So entstehen konkrete, umsetzungsorientierte Konzepte, die Klimaschutz und Lebensqualität verbinden – und den Weg zur Klimaneutralität unterstützen. 

Worum geht’s?

In vielen Quartieren steckt großes Potenzial: in der energetischen Sanierung von Gebäuden, in der Umstellung auf klimafreundliche Wärme, im Ausbau erneuerbarer Stromerzeugung (z. B. Photovoltaik) und in einer Mobilität, die alltagstauglich und emissionsärmer wird.

Dafür werden integrierte energetische Quartierskonzepte entwickelt. Sie liefern eine fundierte Grundlage, um Maßnahmen gezielt zu priorisieren und Schritt für Schritt umzusetzen – im Einklang mit städtischen Zielen und vorhandenen Planungen. 

Was ist ein integriertes energetisches Quartierskonzept?

Ein Quartierskonzept ist mehr als eine Bestandsaufnahme. Es ist ein Fahrplan für die Transformation im Quartier – mit Analyse, Szenarien und konkreten Maßnahmen.

Typische Inhalte sind:

  • Ausgangsanalyse: Gebäudebestand, energetischer Zustand, Eigentümerstrukturen, technische Anlagen, bestehende Netze und Verbräuche (Wärme, Strom, ggf. Mobilität)
  • Energie- & Klimaschutzbewertung: Energiebilanzen, Treibhausgasbilanzen, Emissionsquellen, Potenziale (Effizienz + Erneuerbare)
  • Maßnahmen & Transformationspfade: Maßnahmensteckbriefe, Priorisierung, Zeit- und Meilensteinplanung, Wirtschaftlichkeits- und Förderfähigkeitsprüfung, Wärmeversorgungsszenarien (dezentral bis quartiersbezogen)
  • Beteiligung & Kommunikation: Workshops, Informationsveranstaltungen, zielgruppengerechte Ansprache und Einbindung der Akteure vor Ort
  • Welche Themen gehören dazu? (Nicht nur Wärme)

Handlungsfelder eines Quartierkonzeptes

Damit die Energiewende im Quartier funktioniert, werden mehrere Handlungsfelder zusammen betrachtet:

1) Energieeffizienz & Sanierung

  • bessere Dämmung, Fenster, Dach, Kellerdecke
  • moderne Gebäude- und Anlagentechnik
  • Ansätze, die die Umsetzung erleichtern (z. B. standardisierte/serielle Lösungen, Bündelung von Maßnahmen) 

2) Klimafreundliche Wärmeversorgung

  • Prüfung von Wärmepumpenlösungen (auch in verdichteten Strukturen)
  • Prüfung von Nahwärme-/Wärmenetzlösungen (quartiers- oder nachbarschaftsübergreifend)
  • Nutzung vorhandener Anknüpfungspunkte und möglicher „Ankergebäude“ 

3) Erneuerbare Energien & Energieproduktion vor Ort

  • Potenzialanalyse für Photovoltaik und Solarthermie (Dach- und geeignete Freiflächen)
  • Einbindung privater, gewerblicher und kommunaler Liegenschaften
  • gemeinschaftliche Modelle (z. B. Mieterstrom) und quartiersbezogene Stromversorgungskonzepte
  • Zusammenspiel mit Speichern und Netzverträglichkeit („Sektorenkopplung“) 

4) Mobilität im Quartier

  • Förderung von Zufußgehen und Radverkehr
  • gemeinschaftlich genutzte Mobilitätsangebote
  • Ladeinfrastruktur und Verknüpfung mit lokal erzeugtem erneuerbarem Strom
  • Abstimmung mit dem Mobilitätskonzept der Kreisstadt Unna 

5) Soziale Aspekte

  • Energetische Sanierung soll sozial gerecht gestaltet werden – z. B. durch Ansätze zur Stabilisierung/Reduzierung von Nebenkosten, faire Verteilung von Kosten und Nutzen und niedrigschwellige Informationsangebote. 

Quartier „Afferder Mühlbach“ (Königsborn) – Konzept in Entwicklung

Lage: Königsborn, nordwestliches Stadtgebiet; rund 80 ha, ca. 3.500 Einwohner/innen; geprägt durch Afferder Mühlbach und Salinengraben 

Bestand: überwiegend Wohnen, ca. 920 Gebäude, viele aus den 1950er–1970er Jahren 

energetisch: rund 70 % ohne grundlegende Sanierung; häufig ältere Gas-/Ölheizungen; Pluspunkt: bestehendes Nahwärmenetz an der Schwarzen Saline (ca. 40 Gebäude) 

Kontakt / Mitmachen:

Sie wohnen oder besitzen eine Immobilie im Quartier „Afferder Mühlbach“ (Königsborn)?

Dann lohnt es sich, informiert zu bleiben: Wir veröffentlichen hier Neuigkeiten zu den Quartierskonzepten, Beteiligungsformaten und Beratungsangeboten.

Luftbildkarte der Kreisstadt Unna für das Projekt „Integrierte energetische Quartierskonzepte“ von ICM Greenzero, Stand Februar 2026. Eine rote, unregelmäßige Grenzlinie markiert das „Quartier Afferder Mühlbach“. Das Gebiet umfasst ein dichtes Wohnviertel, das im oberen Drittel horizontal von einem markanten Grünstreifen mit dem Afferder Mühlbach durchzogen wird. Am südlichen Rand verläuft eine Bahntrasse. Unten rechts sind eine Maßstabsleiste von 0 bis 300 Metern und ein Nordpfeil abgebildet.  Ein kurzer k

(Foto: Büro ICM )

Quartier „Obermassen“ (Massen) – Konzept in Entwicklung

Lage: Massen; rund 90 ha, ca. 2.700 Einwohner/innen; geprägt durch A1/B1/Bahntrasse, zusätzliche Immissions-/Lärmaspekte 

Bestand: ca. 800 Gebäude, Reihenhäuser/Mehrfamilienhäuser (u. a. 1960er) sowie Einfamilien-/Doppelhäuser (1950/60er) 

energetisch: rund 80 % ohne grundlegende Sanierung; Wärmeversorgung vielfach fossil; Erneuerbare (v. a. PV) bisher punktuell, mit großem Potenzial 

Synergie: Bestandteil des ISEK Massen (seit 2025) – Konzept soll integriert dazu passen 

Kontakt/Mitmachen:

Sie wohnen oder besitzen eine Immobilie im Quartier „Obermassen“ (Massen)?

Dann lohnt es sich, informiert zu bleiben: Wir veröffentlichen hier Neuigkeiten zu den Quartierskonzepten, Beteiligungsformaten und Beratungsangeboten.

Luftbildkarte der Kreisstadt Unna für das Projekt „Integrierte energetische Quartierskonzepte“ von ICM Greenzero, Stand Februar 2026. Eine rote, unregelmäßige Grenzlinie markiert das „Quartier Obermassen“. Das Gebiet zeigt eine dichte Wohnbebauung, eine diagonal verlaufende Bahnlinie im südlichen Bereich sowie Sportplätze und Grünflächen im Südwesten. Unten rechts befindet sich eine Maßstabsleiste von 0 bis 300 Metern sowie ein Nordpfeil.

(Foto: Büro ICM)

Vorreiter-Quartier Billmerich (abgeschlossen)

Im „Klimaquartier Billmerich“ wurden bereits Erfahrungen mit intensiver Beratung und Unterstützungsformaten gesammelt. Diese Praxisnähe ist eine wichtige Grundlage für die Weiterentwicklung der energetischen Stadtsanierung in weiteren Quartieren.

Förder- und Projektphasen Billmerich:

Quartierskonzept: 13.03.2019 – 28.02.2020

Sanierungsmanagement: 01.09.2021 – 01.09.2024

Informationsveranstaltung zum Klimaquartier Billmerich: Ein Referent steht vor einer Leinwand mit dem Projektlogo und spricht vor einem sitzenden Publikum in einem Saal mit markanter Holzdecke.

(Foto: Kreisstadt Unna)

Förderung (KfW 432)

Die Kreisstadt Unna hat Fördermittel für die Erstellung integrierter energetischer Quartierskonzepte nach KfW 432 eingeworben. Für die Quartiere Afferder Mühlbach und Obermassen werden Konzepte fachlich getrennt, methodisch abgestimmt erarbeitet – als belastbare Grundlage für spätere Umsetzungsschritte. 

Übersichtskarte der Kreisstadt Unna für das Projekt „Integrierte energetische Quartierskonzepte“ von ICM Greenzero, Stand Februar 2026. Eine durchgezogene schwarze Linie zeigt die gesamte Verwaltungsgrenze der Stadt Unna. Im westlichen Stadtgebiet sind zwei Quartiere mit roten, gestrichelten Linien hervorgehoben: Das Quartier „Afferder Mühlbach“ im Nordwesten und das Quartier „Obermassen“ weiter südlich davon am westlichen Stadtrand. Unten rechts befinden sich eine Maßstabsleiste von 0 bis 3 Kilometern sowi

Häufige Fragen (FAQ)

In diesem Bereich gibt die Stadtverwaltung Antworten auf die häufigsten Fragen rund um die Quartierskonzepte.

Was ist der Vorteil, wenn das Quartier als Ganzes betrachtet wird?

Weil sich Lösungen dann besser kombinieren lassen: z. B. Sanierung + Wärmepumpe + PV + Ladeinfrastruktur. Außerdem können Maßnahmen gebündelt werden – das spart Zeit, erhöht Akzeptanz und macht Umsetzung oft wirtschaftlicher. 

Geht es nur um Gebäudesanierung?

Nein. Es geht auch um Energieproduktion vor Ort, Wärmeversorgung, Netze, Speicher/Lasten, Mobilität und die Frage, wie alles im Quartier sinnvoll zusammenspielt. 

Muss ich als Eigentümer/in etwas machen?

Ein Quartierskonzept ist zunächst eine Orientierung und Entscheidungsgrundlage. Konkrete Schritte erfolgen freiwillig bzw. nach individueller Situation – und werden durch Beratung und Förderinfos unterstützt.

Was passiert nach dem Quartierskonzept?

Dann kann ein Sanierungsmanagement folgen: mit Information, Beteiligung, Beratung, Unterstützung bei Umsetzung und ggf. der Vorbereitung gemeinschaftlicher Projekte im Quartier. (Der konkrete Zuschnitt hängt vom weiteren Vorgehen der Stadt ab.)

Welche Rolle spielen Erneuerbare Energien?

Eine große: PV und Solarthermie werden quartiersbezogen geprüft, genauso wie Modelle, wie Strom lokal genutzt werden kann (z. B. Mieterstrom) – auch im Zusammenspiel mit Wärme und Mobilität. 

Werden im Rahmen der Konzepterstellung haushaltsbezogene Daten erhoben?

Ja. Im Zuge der Konzepterstellung werden in Teilen haushaltsbezogene Daten erhoben – insbesondere Energieverbrauchsdaten. Diese dienen ausschließlich dazu, die energetische Situation im Quartier fachlich fundiert zu analysieren. Die Auswertung erfolgt intern. In den Konzepten werden die Ergebnisse nur datenschutzkonform und in aggregierter Form (also ohne Rückschluss auf einzelne Haushalte) dargestellt. Die Verarbeitung durch das beauftragte Büro ist durch eine Datenschutzvereinbarung abgesichert.