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Sonderausstellung

DER UNNAER KÜNSTLERKREIS
STADT UND KUNST ZWISCHEN 1945 UND 1970

Hellweg-Museum Unna
22. November 2020 bis 16. Mai 2021

- Verlängert bis 15. August 2021 -


Inmitten der von Mangel, Zerstörung und traumatischen Erlebnissen geprägten Nachkriegszeit trafen im Winter 1947/48 bildende Künstler*innen aus Unna und Umgebung mit Vertretern der Stadtverwaltung zusammen, um den Grundstein für die Bildung einer lokalen Künstler*innengruppe zu legen. Bereits kurz nach Kriegsende hatte die Stadt begonnen, Kunstausstellungen zu fördern. Nun beschlossen die Künstler*innen auf Anregung führender Stadtvertreter, künftig als „Unnaer Künstlerkreis“ (UKK) in Erscheinung zu treten. Unter der Schirmherrschaft des Kulturamtes wollten sie gemeinsam arbeiten, lernen und ausstellen. Zu den Mitgliedern der Gründungszeit zählen Persönlichkeiten wie Wilhelm Buschulte, Carl Heuer, Otto Honsálek, Wilhelm Meinecke, Bruno Moser und Edith Prutz-Gueth. Während ihres gut zwanzigjährigen Bestehens schlossen sich immer wieder neue Mitglieder und Gäste der Gruppe an, die sowohl Lai*innen als auch Berufskünstler*innen offen stand.

In der Sonderausstellung verfolgt das Hellweg-Museum Unna unterstützt durch das Künstlerhaus Buschulte und UKK-Kenner Jürgen Strathoff den Werdegang des Künstler*innenbundes von seiner Vorgeschichte bis zur Auflösung Ende der 1960er Jahre. Welche Motivation stand hinter dem städtischen Bemühen um die Förderung von Kunst und Kultur unmittelbar nach dem Krieg? Was versprachen sich Stadt und Künstler*innen in dieser politischen und gesellschaftlichen Umbruchphase voneinander und wie gestaltete sich ihr Verhältnis in der Zeit zwischen Aufbruch und Wirtschaftswunder? Welche Künstler*innenpersönlichkeiten kamen im UKK zusammen und mit welchen Themen, Motiven und künstlerischen Techniken setzten sie sich bevorzugt auseinander? 

Die Ausstellung, in der neben Objekten aus der Museumssammlung auch zahlreiche Leihgaben zu sehen sind, beginnt mit einem Einblick in den historischen Hintergrund. Sie thematisiert die Kriegserfahrungen, an die das Kunstschaffen 1945 anschloss, und wirft Schlaglichter auf die Situation nach Ende des Krieges und der Zeit des Nationalsozialismus. Mit Quellen und Dokumenten wird die Gründung des UKK nachvollzogen, bevor Porträtzeichnungen, persönliche Gegenstände und eine Medienstation mit Künstler*innenviten die führenden Mitglieder vorstellen. Das Verhältnis von Stadt und Künstler*innen, das Arbeiten im Kollektiv sowie die wirtschaftlichen Aspekte des Kunstschaffens illustrieren neben Einzelwerken zahlreiche Dokumente und Fotografien. 

Die zweite Ausstellungssektion bietet einen Überblick über beispielhafte Werke der UKK-Künstler*innen. Einen Schwerpunkt stellen Landschafts- und Stadtmotive aus der unmittelbaren Umgebung dar, aber auch Bilder von Reisen und fernen Orten. Es folgen „Menschenbilder“ – Werke, die den Menschen in seiner Zeit oder auch seiner Individualität zeigen. Ein dritter Bereich spürt schließlich der Frage nach, an welche künstlerische Traditionen das Schaffen des UKK anknüpfte und wie Abstraktion und das Experimentieren mit Techniken und Materialien neue Wege eröffneten.